Sachverständigenbüro Jörg Zettl
Sachverständigenbüro                                  Jörg Zettl

Oberlandesgericht Koblenz,  15.05.2009,   10 U 1018/08 -

Auch ältere Gebäude sind bei Sturmschäden geschützt

 

Bei einem Sturmschaden besteht auch dann Versicherungsschutz, wenn Teile des versicherten Gebäudes sanierungsbedürftig sind. Dies hat das Oberlandesgericht Koblenz entschieden.Im zugrundeliegenden Fall verlangte eine Frau von ihrer Wohngebäudeversicherung Ersatz für einen Sturmschaden. Am 18. Januar 2007 zog ein Sturm mit der Windstärke 8 - der Orkan "Kyrill" - über ihr Haus. Er riss einige der der vorderen Dachschindeln ab.Die Versicherung wollte für den Schaden nicht aufkommen. Die Schindeln seien nur herabgefallen, weil sie sanierungsbedürftig gewesen seien. Ein Sachverständiger stellte fest, dass insbesondere zur Wetterseite hin, die Bitumenschindeln altersbedingt ausgehärtet und verformt gewesen seien. Da die Festigkeit des Materials stark herabgesetzt gewesen sei, hätten die Schindeln bereits ohne Kraftaufwendung zerbrechen können. Das Landgericht folgte dieser Argumentation des Versicherers und wies die Klage der Versicherungsnehmerin ab.Nicht so das Oberlandesgericht Koblenz. Dieses gab der Versicherungsnehmerin Recht. Die von dem Sachverständigen festgestellten alterungsbedingten Schäden an den Bitumenschindeln, die mitursächlich für den Sturmschaden gewesen sein können, stehen der Entschädigungspflicht der Versicherung dem Grunde nach auch unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt entgegen. Eine Leistungsfreiheit der Beklagten nach Ziff. 19.2 VGB sei insbesondere nicht unter dem Gesichtspunkt einer Verletzung der Instandhaltungsobliegenheiten gemäß Ziff. 19.1 c der Vertragsbedingungen eingetreten.

Versicherungsnehmerin handelte nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig

Gemäß Ziff. 19.1 c VGB habe der Versicherungsnehmer die versicherten Sachen stets in einem ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten und Mängel oder Schäden unverzüglich beseitigen zu lassen. Durch diese Instandhaltungsobliegenheit sollen alters- und abnutzungsbedingte Verschleißschäden, die in aller Regel nicht plötzlich und unvorhersehbar, sondern allmählich und vorhersehbar, eintreten, vom Versicherungsschutz ausgenommen werden. Verletze der Versicherungsnehmer diese Obliegenheit, so komme nach Ziff. 19.2 VGB eine Kündigung des Versicherers in Betracht, die zu einer Leistungsfreiheit des Versicherers führe, dies allerdings nur dann, wenn die Verletzung entweder auf Vorsatz oder auf grober Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers beruht . Da die Beklagte den Versicherungsvertrag jedoch nicht gekündigt hat, kann sie sich auch nicht auf eine von ihr behauptete und möglicherweise auch gegebene Verletzung der Instandsetzungspflicht gemäß Ziff. 19.1 c VGB berufen. Der Versicherungsnehmerin könne weder Vorsatz noch grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden.

Bundesgerichtshof,   23.03.1993,   VI ZR 176/92

Haftung für herabfallende Dachteile bei Sturm

Der Verwalter von Wohnungseigentum hat die Pflicht zur Instandhaltung und Kontrolle der Dachkonstruktion. Er haftet daher für eventuelle Schäden aufgrund einer Dachablösung. Wegen der erheblichen Gefahren durch herabfallende Dachteile muss der Pflichtige alle zumutbaren Maßnahmen zur Verhinderung der Dachablösung treffen. Dies geht aus einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs hervor.

OLG Koblenz,    15.09.2014,   10 U 164/14

Mitursächlichkeit eines Sturmschadens muss bewiesen werden

Eine unmittelbare Einwirkung von Sturm im Sinne der Versicherungsbedingungen zur Wohngebäudeversicherung (VGB) liegt bereits dann vor, wenn der Sturm für den eingetretenen Schaden nur mitursächlich gewesen ist. Der Versicherungsnehmer muss aber den Vollbeweis der Mit-Ursächlichkeit des Sturms für den geltend gemachten Schaden erbringen. So hat es das Oberlandesgericht Koblenz (OLG Koblenz, Beschluss vom 15.9.2014 - 10 U 164/14) gesehen.

Der Fall

Der Kläger machte Ansprüche aus seiner Wohngebäudeversicherung wegen eines Orkanschadens geltend, von dem eine auf dem versicherten Grundstück befindliche Scheune betroffen war. Deren Giebelwand sollte nach Darstellung des Klägers bei dem Sturmereignis beschädigt worden sein.

Seitens eines Sachverständigen war hingegen ausgeführt worden, dass die Beschädigung der Giebelwand nicht im Zusammenhang mit dem Sturm stand. Auf den vom Gutachter gefertigten Fotos war z.B. nicht erkennbar, dass an den maßgeblichen Stellen, konkret im Bereich der Verbindungsmittel zwischen Dachstuhl und Giebelwand, Mauerwerksteine herausgebrochen waren.

Die Entscheidung

Das OLG stellte entscheidend darauf ab, dass die (Mit-)Ursächlichkeit vom Versicherungsnehmer nachgewiesen werden musste. Dieser Nachweis war nicht bereits dadurch erbracht, dass tatsächlich ein Sturm mit einer Windstärke von mindestens acht Beaufort geherrscht hatte und am Gebäude unmittelbar nach dem Ereignis Schäden festgestellt werden konnten, die mit dem Sturmereignis kompatibel waren. Vielmehr hat der Versicherungsnehmer den Vollbeweis der Kausalität des Sturms für den Schaden zu erbringen.

Dieser Nachweis der (Mit-)Ursächlichkeit war dem Kläger nach Überzeugung des Gerichts nicht gelungen. Denn der Sachverständige hatte auf Nachfrage verschiedene mögliche Ursachen für die Risse und Putzabplatzungen benannt, u.a. auch einen Sturm. Mit der bloß theoretischen Möglichkeit, dass Risse und Abplatzungen auf einen Sturm zurückzuführen sein konnten, war dieser Nachweis nicht geführt.

Amtsgericht Schöneberg,   10.07.2009,    17 b C 181/07

Sturmschäden, Hausbesitzer haftet für Schaden aufgrund herabstürzender Steine eines Schornsteins

 

Auch bei ungewöhnlich starken Stürmen hat Gebäudebesitzer Verkehrssicherungspflicht

Fallen bei einem schweren Sturm Teile eines Schornsteins vom Dach und beschädigen dabei ein parkendes Auto, ist der Hausbesitzer schadensersatzpflichtig, da in der Regel nur dann bei heftigeren Stürmen Gebäudeteile herausgerissen werden können, wenn das Gebäude fehlerhaft errichtet oder mangelhaft unterhalten wurde. Dies entschied das Amtsgericht Berlin-Schöneberg.

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